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Als Eltern von einem Kind mit
Behinderung haben wir uns im Jahr 2004 entschlossen, unseren
Sohn in der "normalen" Volksschule integrativ unterrichten zu
lassen. Dieses Recht steht Eltern ja seit 1993 offen und wird
von immer mehr Familien in Anspruch genommen, weil es die für
alle Kinder - egal ob mit oder ohne Behinderung - die humanste
und beste Schulform ist.
Die
humanste, weil Aussonderung grundsätzlich gegen
Menschenrechte verstößt, und die Schule keine Vorarbeit zur
Abschiebung von Menschen mit Behinderung leisten soll und
darf... weil alle SchülerInnen eine tolerante,
partnerschaftliche Grundhaltung erfahren, die für jede weitere
Beziehung (Freundschaften, Ehe, Arbeitsplatz) ein großer Gewinn
ist... weil auch Kinder mit Behinderung erfahren können, wie
Menschen ohne Behinderung sind...
und weil diese Unterrichtsform ganz einfach und klar die
Realität des Lebens widerspiegelt.
Die
beste, weil Kinder ohne Behinderung genauso wie
Kinder mit Behinderung das allernotwendigste selbst erfahren
können: Nicht alle Menschen sind gleich - ich werde in meinem
Leben immer mit Menschen zusammenkommen, die ganz anders sind
als ich... weil alle Länder, die Schulintegration ernsthaft und
überzeugt praktizieren, wesentlich bessere Bildungsergebnisse
produzieren als die österreichischen Schulen... weil Kinder
voneinander am Meisten lernen...
Natürlich habe ich NICHT vor, hier alles besser zu wissen und zu
behaupten, wie Schule zu funktionieren hat, aber es ist für uns
Eltern ganz offensichtlich, dass das derzeitige Schulsystem
weder integrativ (inklusiv) noch wertschätzend ist, und - wie
nicht nur PISA und viele andere Studien zeigen - auch nicht
wirklich funktioniert...
Es ist und bleibt die Aufgabe der Schulbehörde, sich darüber
ernsthaft Gedanken zu machen, wie zeitgemäßer und kindgerechter
Unterricht zu organisieren ist. Ein Blick über Österreichs
Grenzen hinweg täte da sicher mal gut... Ganz bestimmt wäre es
mal gut, mal nicht an die Institution, sondern an die Kinder
zu denken, weil Schule ist letztendlich eine Dienstleistung
an unseren Kinder. Das haben SchulpolitikerInnen und die Tiroler
Schulbehörde offenbar längst vergessen...
Ich will
aber nicht vergessen, mich hier auch mal ganz öffentlich bei
Samuels Klassenlehrerin und Stützlehrerin ganz herzlich zu
bedanken! Beide leisten eine tolle Arbeit, beide versuchen den
Mangel an Stützstunden durch viel Engagement auszugleichen - wir
Eltern schätzen das sehr und sind sehr dankbar dafür!
Ich lade
Sie ganz herzlich ein, die folgenden Seiten zu lesen, sich
Gedanken zu machen - und wenn Sie unsere Kinder und unser
Schulsystem unterstützen wollen, dann bin ich um jeden Beitrag
sehr froh!
Liebe Grüße
wolfgang begus
wolfgang@begus.at
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